Als 4 rote Ringe das Oberkasseler Rheinufer beherrschten
Düsseldorfer Schützenfest 18.07. - 26.07.1987
Text: Oliver Ziegler Bilder: Bremser
Die platzbeherrschende Attraktion auf der Größten Kirmes am Rhein 1987 ist die zu diesem Zeitpunkt noch ganz mit roten Schienen ausgestattete
Großachterbahn Thriller des Düsseldorfer Schaustellers Oscar Bruch. Der Thriller war die letzte Anlage, die die Werkshallen von Schwarzkopf in
Münsterhausen, unter der (fast) kompletten Regie von Anton Schwarzkopf verließ. Zur Vollendung kam es durch die Bayerische Berg-, Hütten- und Salzwerke
AG (BHS) in Peißenberg. Im Mai 1986 hatte der Viererlooping, mit einer Standfläche von 80 x 33 Metern, Weltpremiere auf der Freiburger Messe. Eines der
besonderen Merkmale dieser Bahn war, dass es nach Erreichen des höchsten Schienenpunktes nicht etwa sofort in die Tiefe in den ersten, ca. 26 Meter
Durchmesser aufweisenden Looping, ging, sondern erst noch eine Welle durchfahren wurde.
Durch diese Bauweise, den langgezogenen 33,5 Meter hohen, höchsten Punkt der Anlage, wirkte der Thriller sehr imposant und bombastisch und lief
damit seinem "Nachfolger", dem Eurostar, fast den Rang ab. Mit einem Schienenwinkel von bis zu 85 Grad, einer vertikalen Belastung von bis zu 6,5 g und
den ersten beiden knapp 25 Meter hohen Loopings direkt hintereinander fühlte man sich nach der knapp 1 Kilometer langen Fahrt wie nach einem in
gemütlicher Position vollzogenem Husarenritt.
Doch der Thriller ist natürlich nicht der einzige Coaster auf dem Düsseldorfer Schützenfest 1987. Als Platzneuheit präsentiert in diesem Jahr der Oldenburger
Schausteller Werner Ludewigt seinen 450 Meter Schienlänge aufweisenden Indoorcoaster Black Hole aus dem Hause Zierer, mit dem er seit 1986 die
Plätze bereist. Diese Bahn mit einer Standfläche von 31 x 35 Metern besticht durch ihren wunderschön gestalteten Kuppelbau, in dem die Achterbahnfahrt
stattfindet und den, im chinesischen Stil gehaltenen, Dekoelementen rund um den verdunkelten "Schienenknubbel".
Den dritten Coaster stellt die Firma Schneider aus Lippstadt mit ihrer in der 20. Saison reisenden Pinfari-Achterbahn vom Typ Z47, der Super-8-Bahn.
Im Bereich Wildwasserbahn machen 1987 die Schausteller Meyer/Steiger das Düsseldorfer Publikum mit der damals noch nicht modifizierten
Wildwassserbahn 2 aus dem Hause Mack nass. Diese ist aber nicht, wie heute gewohnt, am Platzende bis kurz vor die Oberkasseler Brücke
aufgebaut, sondern befindet sich quasi mitten im Platz auf Höhe des unteren Endes des Haupteingangs.
Foto und ©:
Bremser
Als weitere Platzneuheiten werden 1987 die Seesturmbahn Happy Sailor von Howey, das Magic House von Müller und die Simulationsrakete
Moonraker von Tolisch angekündigt. Der Happy Sailor vom Hersteller Mack ist natürlich nicht wirklich neu für Düsseldorf, denn von 1979 bis
einschließlich 1986 war dieser Fahrgeschäftstyp durch das Exemplar der Firma Claus aus München in Düsseldorf vertreten.
Willi Bruch steht mit seinem 40 Meter hohen Riesenrad traditionell an der Rheinkniebrücke, der Huss Condor Ikarus von Distel gibt nach 1985
sein zweites Gastspiel auf den Rheinwiesen. Der Schwarzkopf Doppelteppich Dschunke von Hohmann und der Rainbow von Eberhard laden
ebenfalls zu Ausflügen in luftige Höhen ein. Mit der Schlittenfahrt von Oscar Bruch jun. und den Südseewellen von Barth sind wieder zwei
Schlittenfahrten in Düsseldorf vertreten. Das Huss Schaukelschiff Alte Liebe von Schneider schaukelt in der Querreihe, in der sich heutzutage das
französische Dorf befindet und die 3 Stock-Gokart-Bahn von Kling steht auf dem heutigen Standplatz der Wildwasserbahn 3. Der von SBS gebaute
Skyrider von Häsler läd ein zur selbstgesteuerten Schleuderfahrt, bei der man fast den Kopfstand erreichen kann!
Mit Sicherheit erreicht man den selbigen auf dem Ranger des Schausteller Schäfer, im Ufo Alpha 1 von Meeß oder im
Enterprise 2002 der Firma Feldl aus München. Mit dem Hexentanz aus dem Hause Zierer präsentiert der Schausteller Ludewigt neben
Black Hole eine zweite Attraktion auf den Rheinwiesen.
Der Break Dance von Bonner gehört, zumindest vom Fahrgeschäftstypen her, ebenso auch noch heute zu den Stammgeschäften in Düsseldorf wie
der Wellenflug der Firma Hanstein oder das Kettenkarussell, 1987 vertreten durch das Exemplar der Firma Baese aus Oberhausen.
Der Disco Round von Hanstein entführt die Fahrgäste zu einer Rundfahrt im Dunkeln, während der Polyp Happy Monster von Harry Bruch,
der Hopser Kesseltanz von Malfertheiner, der Calypso von Biermann und der Musikexpress Hot Snow von Zimmer aus Koblenz
zu gemütlicheren Fahrten auf Klassikern einladen. Zu guter Letzt ist in der schier endlosen Reihe von Fahrgeschäften noch der Heart Breaker von
Kinzler zu nennen - ein Orbiter aus dem Haus Schwarzkopf mit Ihle-Gondeln und einer komplett verspiegelten Rückwand von Mack!
Das Gruseln lernen kann man in Düsseldorf 1987 in der Geisterschlucht von Renoldi aus Bremen, der Geisterschlange von Lehmann und dem
Geisterlaufgeschäft Nosferatu der Firma Schütze aus Oberhausen.
Im Bereich Schau- und Belustigung sind vertreten:
Schäfer mit seinem Metro-Cinemobil - ein 3D-Kino, das man durchfährt, Scherphof mit seinem um die Jahrhundertwende entstandenem
Spiralenrutschturm Goldener Toboggan, die Firma Fellerhoff mit der großen Total total verrückten Welt, Heitmann mit der klassischen
Schaubude Berliner Luft, Pluschies mit dem Rotor und Psycho, Gunz mit dem Cinema 180, Göbel mit seiner
Super Rutsche, Blume mit der Motorradsteilwand Kampf der Giganten und Marlies Sturm mit dem Spiegelkabinett Kristallpalast.
Nur mit eigener Körperkraft "einmal im Kreis rum" kommt man in der Affenschaukel Looping the loop von Arens, einem auch heute
noch vertretenem Klassiker und die drei Autoskooter werden präsentiert von Hartkopf-Osselmann, Kropp und Eylart.
Nach so vielen Fakten wünschen wir Ihnen nun aber viel Spaß beim Betrachten der Bilder von den Rheinwiesen anno 1987!
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