Warten auf den Koloss
Düsseldorfer Schützenfest 15.07. - 23.07.1995
Text: Oliver Ziegler
Bilder und Zeitungsartikel: Rheinische Post, Fotografen wie zu lesen
Für die Größte Kirmes am Rhein 1995 kündigt sich Großes an: Der erste transportable Inverted Coaster der Welt soll auf den Rheinwiesen seine
Weltpremiere feiern. Mit 1200 Tonnen Gewicht, 84 (!) Hängern, die zum Verladen der zerlegten Bahn nötig sind, 35 Metern Gesamthöhe, vier
Überschlagelementen (Vertikal Looping, Revolution, zwei Korken), einer Schienenlänge von 844 Metern, einer Standfläche von 83 mal 43 Metern, einer
Maximalbelastung von 5,2 g, einem Preis von ca. 14 Millionen DM und vielen anderen Superlativen zieht der Eurostar schon vor Beginn der Kirmes
bei Presse, Kirmesfans und Besuchern die volle Aufmerksamkeit auf sich. Doch es kommt alles ein wenig anders als geplant, denn die unglaublich Größe der
Achterbahn wird unterschätzt und der Abbau im Werk von Giovanola am Genfer See beginnt erst 14 Tage vor Spielbeginn in Düsseldorf! Nicht zuletzt aufgrund
der enormen Hitze dauern die Arbeiten an der Bahn einfach zu lange. Außerdem fehlt natürlich beim Ab- und Aufbau noch die Routine und ein auf Erfahrungen
beruhendes Konzept. Das Team steht vor einem riesigen Berg mit Einzelteilen, den es dann zu einer Achterbahn zusammensetzen muss.
So wird der Standplatz des Eurostars eingezäunt und die Aufbauarbeiten finden ihre Fortsetzung während der ersten sechs Spieltage der Größten Kirmes am
Rhein. Die Baustelle zieht unglaubliche Menschmassen an und schon vor Aufnahme des Fahrbetriebs hat sie den höchsten Zuspruch aller Attraktionen zu
verbuchen. Der Eurostar feiert schließlich am 20. Juli 1995 gegen 22 Uhr seine Premiere am Rheinufer - mit sechstägiger Verspätung. Die Menschen jubeln,
als sei Düsseldorf gerade Deutscher Meister geworden, der Besitzer Oscar Bruch ebenfalls, denn nun wird erstmal gefahren und zwar ununterbrochen, ohne
Punkt und Koma bis ca. 2.30 Uhr. Einige Presseartikel und Pressefotos, die Sie weiter unter finden, zeigen wie sehr das Thema 1995 beherrschend ist.
Interessant ist dabei auch zu lesen, welche Superlative der Bahn im Laufe der Aufbautage zugeschrieben werden (7 Loopings, 12000 Tonnen Gewicht usw.).
Doch es gibt auch noch eine andere Premiere 1995 in Oberkassel: Der gewaltige Simulator Galactron Space Center von Christiane und Karl Renoldi
geht an den Start, wenn auch noch nicht ganz vollständig. Nicht neu, aber zum ersten Mal mit dabei in Düsseldorf sind auch das toll aufgemachte
Simulations-Tauchboot U 3000 von Ahrend und Das Omen von Hempen. Weiterhin zu sehen im Bereich Schau- und Belustigung sind
das Psycho von Pluschies, das den undankbarsten Standplatz gegenüber dem Eurostar "über sich ergehen lassen muss", Schützes
Nightmare, das legendäre 3 D Picture Shuttle von Schäfer, der Rotor von Pluschies. die Super Rutsche von Göbel, Blumes
Steilwand Show der Sensationen, die klassische Boxbude von Lemoine und der Glasirrgarten Kristallpalast von Sturm. Im Bereich
der Geisterbahnen warten der Geistertempel von Fellerhoff und die Geisterschlange von Lehmann auf gruselfreudige Besucher.
Im Bereich der Schienenbahnen sind neben dem Eurostar von Oscar Bruch die Wilde Maus von Eberhard & Göbel, Joachim Löwenthals riesige
Wildwasserbahn III und der imposante Indoorcoaster Magic Mountain von Renoldi und der Alpenexpress von Nülken auf den
Rheinwiesen vertreten.
Bereits zum dritten Mal (und damit auch zum letzten Mal) schraubt sich Eberhards riesiges Flugkarussell Evolution in luftige Höhen. Zum rasanten
und sanfteren Schaukelvergnügen laden Schneiders Alte Liebe und Bruchs Ausnahmefrisbee Crazy Beach Party ein. Ebenfalls wieder mit
dabei sind der Ikarus von Distel, der Terminator von Arens und Isken, die Seesturmbahn Happy Sailor von Howey, der
Shake'n roll von Schäfer, die Krinoline von Roie, direkt neben Hölzgens Bayern-Festhalle, die Südseewellen von Barth, das 55 Meter
hohe Riesenrad Bellevue von Oscar Bruch jun. am Riesenradstandort vor der Rheinkniebrücke, der Magic Circus Circus von Bruch, der
Take Off von Rüth & Rasch auf Eck gegenüber vom Riesenrad, der unvergessene Top Spin Colorado Rafting von Bruch, der Break
Dance von Kinzler, das Kettenkarussell von Fuhrmann, der Wellenflug von Hanstein und der Playball von Claus aus München.
Die Go-Kart-Bahn von Fackler und die drei Autoskooter von Hartkopf-Osselmann, Kropp und Eylart runden das riesige Angebot an Großgeschäften
1995 ab.
Zum Abschluss noch einige Presseartikel von 1995:
Foto und ©: Thomas Bußkamp
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